Gaming Headsets – Kaufberatung und Ratgeber

Während der Begriff Zocker vor einigen Jahren noch größtenteils bei pickligen Nerds Anklang fand, hat sich inzwischen vieles geändert. Wo früher in dunklen Kellern oder Jugendclubs LAN-Partys abgehalten wurden, füllt das Gaming heute ganze Stadien. Der eSport ist zwar noch nicht so bekannt und akzeptiert wie andere, herkömmliche Sportarten, setzt aber seine Siegessträhne weiter fort und findet immer mehr Akzeptanz. Wie ihr schon lest hat sich das Gaming an sich in den letzten Jahren stark gemausert und ist inzwischen für viele Menschen zu einem wichtigen Teil ihres Lebens geworden. weiterlesen…





Ob Hausmeister, Arzt, jung oder alt, wer das Hobby einmal für sich entdeckt hat, möchte natürlich auch bestmögliche Bedingungen dafür schaffen. Grade wenn man online Spielt ist eine störungsfreie Kommunikation das A und O. Jeder kennt es, wenn ein Teamkollege nichts versteht, dauernd rauscht oder schlicht und ergreifend furchtbar klingt.

Damit das euch nicht passiert, beleuchten wir in diesem Guide das Thema Gaming Headsets etwas genauer, bringen euch die Begrifflichkeiten schnell näher und geben euch wertvolle Tipps, die beim Kauf des richtigen Gaming Headsets Gold wert sind. Mit diesem Guide seid ihr, komplett ohne Vorkenntnisse, schnell in der Lage das richtige Gaming Headset für eure Bedürfnisse zu finden.

Gaming Headset Kaufratgeber

Zunächst einmal zur ganz allgemeinen Frage: Was ist ein Gaming Headset und wie unterscheidet es sich von normalen Headsets und Kopfhörern? Am einfachsten ist diese Frage im Vergleich mit Kopfhörern zu beantworten. Normale Kopfhörer bestehen aus zwei Ohrhörern und im Regelfall aus zwei Lautsprechern, auch Treiber genannt. Bei einem normalen Headset kommt noch ein einfaches Mikro hinzu. Ob Kopfhörer oder Headset, bei beiden Geräten ist es wichtig, dass ein ausreichender Tragekomfort und eine möglichst neutrale Klangwiedergabe gegeben ist. An dieser Stelle unterscheiden sich Gaming Headsets massiv von den normalen Headsets und Kopfhörern.

Der Tragekomfort spielt beim Gaming eine zentrale Rolle, da die einzelnen Sessions teils mehrere Stunden andauern können. Außerdem spielt beim Gaming die Lokalisation, also aus welcher Richtung ein Geräusch kommt eine äußerst wichtige Rolle. Durch die meist virtuelle Projektierung der Geräuschrichtung geben Gaming Headsets den Klang der Geräusche nur in den seltensten Fällen wirklich neutral wieder. Was beim Spielen ein Segen ist, ist somit beim Musik hören Beispielweise ein Fluch.

Bauformen von Gaming Headsets

Offene Gaming Headsets

Bei offenen Headsets liegen die Hörpolster auf den Ohren auf und umschließen diese nicht komplett. Dadurch können sowohl Geräusche von außen an den Spieler, als auch Spielgeräusche an die Außenwelt treten. Der Klang von offenen Headsets zeichnet sich oft durch schwache Bässe aus, dafür können sie mit einer leicht besseren Lokalisation und einer besseren Luftzirkulation punkten. Im Allgemeinen sind offene Headsets günstiger als geschlossene.

Geschlossene Gaming Headsets

Geschlossene Headsets liegen mit dem Polster um das Ohr auf und schirmen es komplett von der Außenwelt ab. Dadurch gelangen Nebengeräusche von Außen nicht oder nur gedämpft zum Spieler. Bei geschlossenen Headsets ist der Klang meist deutlich besser als bei offenen Headsets. Dafür hat der Spieler den Nachteil, dass durch Ruflektionen innerhalb des geschlossenen Schallraums die Lokalisation erschwert wird. Ein weiterer Nachteil ist die Belüftung der Ohren. Zwar sind geschlossene Headsets allgemein angenehmer zu tragen, jedoch kommt es schnell zum obligatorischen Satz heißer Ohren. Hilfe kann ein geschlossenes Headset mit Velourpolstern bringen. Diese dämpfen zwar nicht so gut wie Kunstlederpolster, sind aber dafür deutlich atmungsaktiver.

Anschlussarten

USB Gaming Headsets

Wer ein Headset über USB betreibt muss sich im Klaren sein, dass das Headset selbst eine Soundkarte besitzt. Je nach Preisklasse des Headsets kann diese Soundkarte besser oder schlechter sein, als die im Trägergerät (Computer, Konsole). Während die Soundkarten in günstigen USB-Headsets meist eher schlecht als recht sind und oftmals nicht mit der Soundkarte im Trägergerät harmonisieren, schaut die Sache bei teureren Geräten meist ganz anders aus. Eine gute Soundkarte, die genau auf die Treiber (Lautsprecher) des Headsets abgestimmt ist bringt ganz neue Möglichkeiten der Lokalisation und der Klangwiedergabe.

Ein netter Nebeneffekt von USB-Headsets ist die Spannungsversorgung über USB, welche es ermöglicht das Headset zu beleuchten. Wer dem Modding wohlgesonnen ist oder einfach bunte Lichter mag, für den ist das leuchtende Headset eine echte Bereicherung. Allgemein bleibt zu sagen, dass man bei günstigen Headsets eher die Finger von USB lassen sollte, da ist Klinke meist die bessere Alternative.

Gaming Headsets mit Klinke

Plug & Play auf seine einfachste Art und Weise bieten Headsets mit Klinkenanschluss. Der 3,5mm Klinkenanschluss findet nicht nur bei PCs, Konsolen oder Laptops Anwendung, sondern auch bei fast allen mobilen Endgeräten wie Handhelds, Smartphones und Tablets. Klinke-Headsets sind somit fast überall einsetzbar und bieten überall einen gleichen Sound. Ohne elektronische Teile die zwischen Signaleingang und Lautsprecher stehen, kommt es zu praktisch keinem Rauschen oder anderen Störgeräuschen. Ein weiterer Vorteil ist der Preis von Klinke-Headsets.

Durch das Fehlen einer eigenen Soundkarte können die Headsets günstiger produziert werden. Dies ist jedoch auch der größte Nachteil eines Headsets mit Klinkenanschluss. Das Headset ist nur so gut, wie die Soundkarte die es betreibt. Farbliebhaber vermissen außerdem die bunten Lichter bei Klinke-Headsets komplett.

Kabelloses Gaming Headset

Kabellose Headsets geben dem Benutzer die Möglichkeit sich völlig frei zu Bewegen. Das erhöht den gefühlten Trage- und Spielkomfort ungemein, führt aber auch zu einer ganzen Reihe von Nachteilen. Egal ob die Headsets per Funk oder Bluetooth betrieben werden, die Verbindung ist sehr anfällig für Störgeräusche. Selbst unter optimalen Bedingungen können Änderungen der Umwelt zu Verzerrungen führen. Ein starker Sender und Empfänger, sowie ein dynamischer Frequenzwechsel sind somit für gute kabellose Gaming Headsets ein Muss. Nur leider ist dieses Muss auch sehr teuer.

Gleich gute, kabellose Headsets kosten zwei gute Drittel mehr als ihre kabelgebundenen Kollegen. Ob dieser Preiszuwachs gerechtfertigt ist, muss jeder Gamer für sich entscheiden. Mit einem kabellosen Headset sitzt es sich zwar flexibler und bequemer, jedoch gibt es immer wieder Ladepausen und Interferenzen.

Stereo-, Surround- oder Virtual-Surround-Sound?

Die Begriffe Stereo, 5.1 und 7.1 sind heutzutage fast jedem ein Begriff. Sie geben an, wie viele Lautsprecher genutzt werden, um Geräusche wieder zu geben. Während bei Stereo-Systemen nur zwei Vollfrequenzlautsprecher die Töne wiedergeben, arbeiten bei 7.1-Systemen ganze acht Lautsprecher zusammen. Sieben davon sind Hoch- und Mitteltöner, während der Achte ein Tieftöner ist, der den Bass zum Gesamterlebnis beisteuert. Das keine sieben Lautsprecher und ein Subwoofer in ein Headset passen, sollte jedem bewusst sein. Aber wie kommt es dann zu Angaben wie 7.1-Headset?

Stereo

Die einfachste Form der Wiedergabe ist Stereo. In jeder Hörmuschel befindet sich ein Treiber der das ihm zugeordnete Signal abspielt. Zwischen rechts und links kann somit sehr gut unterschieden werden. Mittlerweile haben sich Stereo-Headsets qualitativ stark gesteigert, sodass eine Lokalisierung von Gegnern ohne Weiteres möglich ist. Wir würden ein Stereo-Headset mittlerweile anderen Headseats definitiv vorziehen.

Außerdem besteht die Möglichkeit mit bestimmten Programmen einen Surround-Sound zu simulieren, dabei stoßen Soundtreiber jedoch oftmals an ihre Grenzen. Besonders empfehlenswert sind Gaming Headsets mit gleichmäßigem Frequenzgang, hier solltet ihr in gängigen Hardwareforen nach den entsprechenden Grafiken Ausschau halten.

Surround

Der Begriff Surround-Headset ist eine Erfindung des Marketings und entspricht nur in den aller wenigsten Fällen der Wahrheit. Bei einem richtigen Surround-System sind verschiedene Treiber an unterschiedlichen Positionen in einem Raum angeordnet und ermöglichen so eine optimale Lokalisation. Bei Headsets ist dieser Raum jedoch zu klein, um wirkliche Lokalisationen zu ermöglichen. Zwar gibt es Headsets mit mehr als einem Treiber pro Hörmuschel, jedoch sind die Ergebnisse alles andere als zufriedenstellend und der Preis unverhältnismäßig hoch.

Virtual Surround

Virtual Surround ist eine Mischung aus den beiden oben genannten Formen. Jede Hörmuschel enthält zwar nur einen Treiber, dafür wird das ankommende Tonsignal so bearbeitet, dass das Gehör den Eindruck einer Lokalisation hat. Ursprung dieser Technik ist unser normales Hören. Hören wir Beispielweise ein Geräusch wenige Frequenzen über dem Normalspektrum des Geräusches, gehen wir davon aus, dass es vor uns ist. Ist es jedoch wenige Frequenzen tiefer als üblich, platziert es unser Gehirn hinter uns. Zwar ist die Technik der Tonmodulation noch nicht komplett ausgereift, doch bei hochwertigen Headsets bringt der virtuelle Surrondsound schon jetzt gute Ergebnisse mit sich. Die Zukunft wird wohl in Richtung Virtual Surround gehen, auch wenn dieser nie an den räumlichen Klang einer richtigen Sourroundanlage heranreichen wird.

Gaming Kopfhörer mit Ansteckmikrofon

Eine immer beliebter werdende Methode ist es, sich einen Gaming Kopfhörer zu kaufen und dazu ein Ansteckmikrofon zu nutzen. Der Vorteil liegt auf der Hand, denn Gaming Kopfhörer können sich voll auf guten Sound konzentrieren und müssen nicht zusätzlich für eine gute Kommunikation sorgen. Dazu wird sich ein günstiges Ansteckmikrofon gekauft, welches am Headset befestigt wird. So kommt man nicht nut deutlich günstiger dabei weg, man hat auch besseren Sound als bei einem Gaming Headset.

Lediglich die Sprachübertragung ist mit einem Ansteckmikrofon nicht perfekt, da die meisten Geräte nur wenige Euro kosten. Aber da die Kommunikation trotzdem funktioniert, ist die Kombination aus Kopfhörer und Ansteckmikrofon die beste Alternativ für Käufer, die nicht allzu viel Geld ausgeben wollen.